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Fireside Chat mit Sergio P. Ermotti
Group CEO UBS Group AG

 

 

Sergio P. Ermotti, Group CEO UBS Group AG

4. Februar 2026

Für Sergio P. Ermotti dürfte der Mittwoch, 4. Februar 2026, ein langer Tag gewesen sein. Am Morgen durfte er ein erfolgreiches UBS-Ergebnis für das vierte Quartal sowie das Gesamtergebnis für 2025 präsentieren. Am Abend wurde er von ZVG-Präsident Urs Baumann vor zahlreichen ZVG-Mitgliedern im ausgebuchten Saal des UBS Konferenzgebäudes Grünenhof begrüsst. Während einer halben Stunde stellte er sich einer bunten Auswahl an Fragen von Moderatorin Christine Maier. Obwohl die Jahreszahlen über den Erwartungen lagen, zeigte sich Ermotti zurückhaltend. Gerade die Integration der Credit Suisse bleibe eine Herausforderung. Dennoch: Sie würden gut vorankommen und der grösste Teil der Kundschaft sei migriert worden. Die in den Medien oft erwähnten Kulturunterschiede hätten sich ins Positive gewendet: gemäss den neusten Mitarbeitendenumfragen läge die Zufriedenheit mittlerweile höher als vor der Übernahme. Er betonte in diesem Zusammenhang die Wichtigkeit, die Strategie klar vorzugeben.

Angesichts der steigenden Arbeitslosigkeit von Bankerinnen und Bankern fragte Maier, ob sich Ermotti wiederum für eine Ausbildung in der Finanzbranche entscheiden würde. Ermotti zeigte sich überzeugt, dass Kenntnisse in Stenografie, wie er sie sich als 15-Jähriger hatte aneignen müssen, heute weniger relevant seien. Es obliege den Lehrbetrieben, die Lernenden auf die Zukunft vorzubereiten. Gerade in der Schweiz mit hohen Kosten und abflachender Demographiekurve könne künstliche Intelligenz helfen, die Produktivität zu erhalten.

Im Gespräch spürte man, dass Ermotti die Schweiz am Herzen liegt. Generell sei es wichtig, dass die Schweiz die grossen Herausforderungen der Zukunft angehe. Der gut schweizerische Kompromiss sei wie ein Unentschieden im Sport: man gewinne damit keine Turniere. Aufgrund der geopolitischen Gemengelage sei Veränderung die neue Realität geworden. Nur mit Agilität und Resilienz könne man weiter bestehen. Eine gewisse Selbständigkeit in Finanzthemen sei für die Schweiz in der heutigen Zeit ratsam.

Die Wettbewerbsfähigkeit der Schweiz sei ein grosses Thema. Sie bereite ihm sowohl wegen der Bankenregulierung als auch generell Sorge. Gerade mit Blick auf die Schweizer Spitzendisziplin, die Innovation, verlören wir an Momentum. Der Vergleich mit den Nachbarländern greife zu kurz, man müsse mit konstruktiver Selbstkritik von allen lernen wollen. Dabei dürfe man die Herkunft und alte Werte nicht verlieren, sondern müsse sich klug adaptieren. Auf die Frage, was das für seine Nachfolge bedeute, antwortete er, dass eine gewisse Swissness weiterhin in der Konzernleitung vorhanden sein sollte.

Wir danken UBS für die Einladung in ihre Räumlichkeiten, das interessante Podiumsgespräch und den feinen Apéro Riche zum Abschluss.