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Interview mit dem ZVG-Präsidenten Urs Baumann, CEO der ZKB

Carla Hirschburger, Geschäftsführerin der ZVG, stellt dem Präsidenten Urs Baumann ein paar Fragen

Urs Baumann, seit einem Jahr bist Du Präsident der Zürcher Volkswirtschaftlichen Gesellschaft (ZVG).

Wie hast Du Dein erstes Amtsjahr als ZVG-Präsident erlebt? Worauf bist Du nach Deinem ersten Amtsjahr besonders stolz?
Mich hat beeindruckt, wie gross das Bedürfnis nach fundierter Information und persönlichem Austausch ist. Gerade in einer Zeit, in der Wissen jederzeit verfügbar ist und wir ständig über verschiedenste Kanäle kommunizieren. Unsere Anlässe waren sehr gut besucht, und die Diskussionen gingen oft weit über das offizielle Programm hinaus.

Wir konnten den inhaltlichen Mehrwert unserer Veranstaltungen weiter stärken. Das macht mich stolz. Ich selbst habe aus jedem Anlass etwas mitgenommen und habe ähnliches Feedback von anderen ZVG-Mitgliedern erhalten.

Was waren Deine Highlights im letzten Jahr?
Besonders gefreut hat mich, wie breit wir das Thema Geopolitik abdecken konnten. Dr. Daniel Möckli analysierte die sicherheitspolitische Lage und richtete dabei den Blick auf die Schweiz. Professor David Dorn zeigte, welche wirtschaftlichen Faktoren den Ausgang der US-Wahl beeinflusst haben. Dr. Martin Schlegel erklärte eindrücklich, wie die SNB selbst in einem unsicheren Umfeld konsequent auf Preisstabilität fokussiert.

Der Anlass mit Mirjana Spoljaric war für mich ein Reality-Check: Sie schilderte die Weltlage aus humanitärer Sicht und erzählte von ihrem Alltag zwischen Diplomatie mit autoritären Machthabern und humanitärer Hilfe für Menschen in Konfliktgebieten.

Als Bank-CEO fand ich auch den Auftritt von Sergio Ermotti besonders spannend. Er gab Einblick in die enorme Führungsleistung hinter der Integration der Credit Suisse. Wegen der engen Verflechtung des Finanzplatzes mit der Realwirtschaft betreffen Fragen zu dessen Wettbewerbsfähigkeit letztlich uns alle.

Vor einem Jahr hast Du uns Deine Visionen für die ZVG vorgestellt. Welche davon konntest Du bereits umsetzen? Und welches sind Deine Ziele für das kommende Jahr?
Im Vordergrund stand, die Attraktivität der ZVG-Anlässe weiter zu erhöhen. Wir durften bekannte Persönlichkeiten begrüssen, doch ein grosser Name allein macht noch keinen grossen Anlass. Deshalb haben wir mit jedem Gast sorgfältig herausgearbeitet, welche Themen unserem Publikum neue Einsichten bieten.

Uns war wichtig, Brücken zu bauen: Themen und Perspektiven zu verbinden, die auf den ersten Blick wenig miteinander zu tun haben. Ein gutes Beispiel ist das Interview mit Marco Bliggensdorfer. Mich interessierten dabei nicht nur Musik und Karriere, sondern vor allem seine Erfahrungen als Unternehmer: Wie er Risiken abwägt, führt und mit Wandel umgeht.

Geopolitik konnten wir in vier Veranstaltungen aus unterschiedlichen Blickwinkeln beleuchten. In einer Welt des Informationsüberflusses nimmt man sich selten so viel Zeit für vertiefte Einordnung. Genau hier schafft die ZVG einen besonderen Mehrwert.

Du hattest auch von einer Verjüngung des Publikums gesprochen. Auch bei diesem Ziel hat die ZVG sichtbare Fortschritte gemacht. Wie ist Dir das gelungen?
Ich bin überzeugt: Ein attraktives Programm mit inhaltlicher Tiefe ist die Grundlage, um ein breites Publikum anzusprechen. Es freut mich, dass wir im letzten Jahr viele neue, jüngere Gesichter gewinnen konnten, ohne unser bisheriges Publikum zu verlieren. Heute ist unser Publikum jünger und zugleich gewachsen – das ist sehr erfreulich.

Gleichzeitig war es mir ein Anliegen, die Kollektivmitglieder und ihre Mitarbeitenden wieder stärker zu aktivieren. So positionieren wir die ZVG nicht nur als Gefäss für spannende Gäste und Themen, sondern auch als Plattform für Networking. Der Wunsch nach persönlichem Austausch wird in Zukunft sicherlich nicht kleiner werden.

Was erwartet uns im kommenden Programmjahr, und auf welche Veranstaltung freust Du Dich persönlich am meisten?
Wir haben bereits einiges geplant: Mit Swiss-CEO Jens Fehlinger und Dr. Severin Schwan, VR-Präsident von Roche, starten wir den neuen Zyklus mit zwei gewichtigen Schweizer Unternehmen. Anschliessend gibt uns Prof. Oliver Ullrich Einblicke in die Arbeit des SpaceHub der Universität Zürich. Ein Höhepunkt wird sicher der Auftritt von Bundesrätin Karin Keller-Sutter im März. Und im September holen wir das kurzfristig verschobene Podium zur Medienlandschaft mit SRG-Generaldirektorin Susanne Wille und Ladina Heimgartner, CEO Ringier Medien Schweiz, nach. Weitere Gäste sind in Planung. Ich freue mich auf alle Anlässe und darauf, gemeinsam mit Urs Lüthy und der Zurich die Zukunft der ZVG weiterzugestalten.